Haben Sie schon einmal einen Kaktus umarmt?

shutterstock_379768042

Als junges Mädchen war ich mit meinen Eltern im Urlaub an der Cote d´Azur. Bei dem Versuch ein Foto zu machen ging mein Vater in Position und ehe er sich versah stieß er mit seinem Kopf an einen Kaktus. Da mein Vater solange ich denken kann ziemlich haarlos war, hatten sich bestimmt 50 kleine Stacheln auf seinem Kopf platziert und es sah so aus, als ob wieder Haare wachsen. Für uns Kinder war das natürlich sehr amüsant und wir bekamen uns vor Lachen nicht mehr ein!
Mein Vater fand das gar nicht so lustig, denn es war wohl sehr schmerzhaft und die nächsten Tage war er mehr mit dem Kopf im Wasser, als mit dem Körper, nur um die Kopfhaut aufzuweichen und die Stacheln entfernen zu können.

Nicht nur mein Vater weiß seitdem, wie sehr die Stacheln eines Kaktus` wehtun, ich glaube niemand würde freiwillig einen umarmen wollen.

Nehmen wir jetzt mal den Kaktus als Symbol für das Kind, die Eltern oder auch für die ganze Familie, dann stehen diese Stacheln für Ängste, Stress, negative Gedanken, Wutausbrüche, Pubertät, Tränen, fehlende Kommunikation, Liebeskummer, Mobbing, Schulsorgen und allem, was der Familie Sorgen bereitet.
Ich bin mir sicher, dass auch mein Vater außer von den Stacheln auf dem Kopf von vielen Stacheln berichten könnte, mit denen ich und meine Geschwister ihm in unserem Aufwachsen gepikst und wehgetan haben. Aber auch wir Kinder wurden von unseren Eltern „gestochen“ – vermeintlich fühlend mit unseren kindlichen Emotionen.

Doch wie schafft man es, diese Stacheln wieder weich und zart zu machen, sodass eine Pflanze zum Vorschein kommt, die sich in ihrer vollen Vielfalt entfalten kann, mit der sich jeder Wohlfühlt und die nicht mehr wehtut?

Ich habe die dankbare Aufgabe als Kinder- und Familiencoach  Kindern und Eltern bei ihren „Bauchschmerzen“ zur Seite zu stehen und sie dabei zu unterstützen, diese wieder loszuwerden. Oft bedarf es nur einem kleinen Impuls, einer kleinen Übung, einer Reflektion oder auch dem „Drehen eines Schräubchens“, um Freude, Zufriedenheit und Entspannung in die Familie zurück zu bringen.

Worüber ich immer wieder überrascht bin ist die erste Reaktion der Eltern. Fast alle Eltern, die ich unterstützen darf, erwähnen als Allererstes: “ jetzt kommt bestimmt raus, was ich alles falsch mache…“. Ich sage: Das ist wirklich ganz großer Quatsch! Grundsätzlich machen Sie als Eltern alles im besten Wissen und Gewissen (es sei denn wir sprechen von Missbrauch und Misshandlung) und sich Hilfe von außen zu holen ist eine GRÖßE, denn Sie sorgen sich um ihr Kind und holen Hilfe, wo Sie alleine nicht mehr weiter wissen, weil sie (meistens) zu nah dran sind.

Wenn ich nicht alleine meine Haare schneiden kann, gehe ich zum Friseur, wenn ich keine Lust habe mein Auto zu waschen fahre ich durch die Waschanlage und wenn ich keine Muße habe zu kochen, dann gehe ich in ein leckeres Restaurant. Warum ist es dann so abwegig, sich Hilfe für ein entspanntes Familienleben zu holen?

Ich möchte mit diesem Beitrag hier allen Eltern den Druck nehmen, alles perfekt machen zu müssen und sich dadurch unter Stress zu setzen. Manchmal ist loslassen, der beste Weg für alle Beteiligten und manchmal benötigt es nur das Drehen von den schon genannten Schräubchen und alles ist wieder gut!

Ziel meines Blogs ist es Kindern und Eltern hilfreiche Tipps zu geben, wie der Alltag entspannt Spaß wieder machen kann.

Heute habe ich die folgenden Fragen:

  • Wie oft haben Sie schon einen Kaktus umarmt?
  • Was waren die Stacheln und wie haben Sie die Stacheln wieder weich bekommen?
  • Was empfehlen Sie für ein entspanntes Familienleben?

Ich freue mich auf einen regen Austausch!

Christina Becker – Ihr Kinder- und Familiencoach

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Haben Sie schon einmal einen Kaktus umarmt?

  1. Christine Radomsky schreibt:

    Hallo Christina,
    ganz herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Blogartikel! Das Gleichnis mit dem Kaktus finde ich überzeugend und einprägsam. Schön, dass Du Deinen „Stachel-Weichmacher“ Service für Familien anbietest. Als unsere Söhne klein waren, gab es noch kein Familien-Coaching. Mit einer Unterstützung wie Du sie anbietest, hätte sich unsere Familie ungezählte stachlige Momente ersparen können. Und Du hast recht – Hilfe suchen beweist Größe.
    Alles Gute für Dich und Deine Klienten!
    Christine

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Christine,

      vielen Dank für Deine herzliche Nachricht! Ich bin jeden Tag dankbar dafür, Familien helfen zu dürfen. Ich hätte mir als Jugendliche auch oft jemanden wie mich an meiner Seite gewünscht, obwohl meine Eltern alles richtig gemacht haben. Aber jemanden neutrales an seiner Seite zu haben ist manchmal nicht verkehrt!
      Ich wünsche Dir alles Liebe Christina

      Gefällt mir

  2. Christina Mild schreibt:

    Eine super Beschreibung unserer Arbeit. Vielen lieben Dank dafür. Ich hoffe, du machst mit diesem Beitrag ganz vielen Eltern Mut, sich Hilfe zu suchen und auch anzunehmen.

    Gefällt 1 Person

  3. Michaela schreibt:

    Ich habe drei Kinder und da geht es oft turbulent zu. Aber ich versuche immer wieder nach einer Meinungsverschiedenheit oder Ärger meine Kinder zu umarmen. Ich würde mir aber für mich selber wünschen, die Stacheln öfter zu erweichen, damit ich meine Kinder sofort in den Arm nehmen kann, oder in Stresssituationen gelassener bleiben, damit keine Stacheln wachsen.

    Gefällt 1 Person

    • Vielen lieben Dank Michaela für Deine offenen Worte. Ich erlebe es ganz oft in meiner Arbeit, dass gerade die Mütter (zurecht) gestresst sind und sich das natürlich sofort auf das Verhalten der Kinder auswirkt. Aber Du hast es erkannt und das ist super, denn selbst wenn Du in dem Moment durch Deinen eigenen Stress „handlungsunfähig“ bist, hast Du doch die Größe zu einem späteren Zeitpunkt diese „Schwäche“ Deinen Kindern einzugestehen und bist damit ein tolles Vorbild für Deine Kinder!
      Herzlichen Gruß Christina

      Gefällt 1 Person

  4. Michaela Roze schreibt:

    Hallo Tina,

    Herzlichen Glückwunsch zu deinem neuen Blog !
    Ich kann mich noch gut an diese Sache mit dem Kaktus erinnern 😉 sehr anschaulich!

    Am Besten finde ich allerdings deine Beispiele mit dem Friseur und der Waschanlage ! Ich wünsche allen, dass der Gang zum Familiencoach bald so „normal“ wird, wie die Fahrt in die Waschanlage.

    Viel Erfolg !

    Liebe Grüsse
    Michaela

    Gefällt 1 Person

  5. peter20wiesejahn15 schreibt:

    Schönen guten Tag,
    Tina,
    herzlichen Glückwunsch zu deinem Blog und viel Erfolg damit!
    Tja, wie oft habe ich schon einen Kaktus umarmt? Mindestens so oft, wie das Jahr Wochen hat. Das jedes Jahr aufs Neue. Ich finde immer, dass die, deren Stacheln besonders schrecklich wirken, die meisten Umarmungen gebrauchen.
    Wie bekommt man die Stacheln wieder weich und was empfehle ich für ein entspanntes Familienleben? Für mich sind es vier Punkte.
    1. Echtes Interesse – Was ist das, was jetzt wirklich passiert und um was geht es hinter den stacheln? Welches Bild hat der Kaktus von sich und der Welt? Was ist Ihm wichtig?
    2. Ernstnehmen und Hinterfragen – Wenn das so ist, wie du es empfindest welche Wirkung hat es auf die Familie? Auf die Freunde? Was können wir (dich eingeschlossen) ändern?
    3. Liebe – Die Grundvoraussetzung für ein gemeinsames Leben. Sie sollte sichtbar, hörbar und spürbar sein.
    4. Nicht persönlich nehmen – Vieles was gesagt oder getan wird entsteht aus einer Gefühlswelt heraus, die manchmal eben ins Wanken gerät. Etliches, auch wenn es an eine Person gerichtet ist, ist doch letztendlich nicht persönlich gemeint. Eine Portion Humor und Vertrauen können hier sehr hilfreich sein.
    Lieben Gruß

    Peter

    Gefällt mir

    • Lieber Peter,

      vielen herzlichen Dank für diese fantastische Ergänzung zu meinem Artikel. Deine Worte sind sehr wertvoll und absolut korrekt. Ich hoffe, das dies ganz Viele lesen und in ihren Familienalltag integrieren. Vielen lieben Dank und bis zum nächsten Mal😀Christina

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s